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Mittelalterliches Abenteuer

Besichtigung der Festung von Châtel-sur-Moselle von René

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René

Ein mittelalterlicher Besuch mitten in Lothringen ...

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Die Geschichte der Befestigungsanlage

ielleicht gehören Sie ja zu den Glückspilzen, die die Befestigungsanlage von Châtel-sur-Moselle besichtigen können. Diese in Lothringen einmalige Festung wurde vor ca. einem halben Jahrhundert von einer Gruppe leidenschaftlicher Verteidiger von geschichtsträchtigen alten Bauten wieder entdeckt. 300 Jahre zuvor war sie praktisch dem Erdboden gleich gemacht und auf Befehl des Königs Ludwig XIV. mit Erde zugeschüttet worden. Damals war Lothringen noch ein unabhängiger Staat. Unter dem Joch der Franzosen wurden fünf Jahrhunderte Geschichte unter Steinen, Erde und Schutt vergraben. So schreibt sich Geschichte, erklärt uns René Elter, unser Führer und Archeologe.

Eine unerwartete Entdeckung

Wenn man den Felsenvorsprung, auf dem die Festung ab Ende des XI. Jahrhunderts von dem Lothringer Comte de Vaudémont errichtet wurde, betritt, ahnt man nicht, daß an dieser Stelle ein 35 m hoher Turm und in unmittelbarer Nähe die größte mittelalterliche Festung Lothringens standen. Lediglich ein paar weniger als einen Meter hohe Überreste zeugen davon, daß hier einmal Menschen gelebt haben müssen. Die wirkliche Entdeckung beginnt mit dem Betreten des alten Klosters Notre-Dame - wo heute der Empfang ist und von wo die Besichtigungen ausgehen. Nach dem Museum und dem maßstabgetreuen Modell der Festung zu Beginn des XV. Jahrhunderts dringen wir in das Kellergewölbe des Klosters ein. Hier überschneidet sich die Geschichte. Wir befinden uns in dem untersten Raum einer der Artillerietürme, die den Haupteingang der Befestigungsanlage beschützten. Dann überqueren wir die Zugbrücke.

Das Entstehen eines modernen Verteidigungssystems

Wir folgen René aus dem Keller heraus und bis zu der Festung. Was für eine Überraschung: eine 7 bis 10 hohe Mauer erwartet uns ! Wir umrunden den Wachturm und finden uns der Schutz-Artillerie gegenüber wieder. René erklärt uns das Interesse des Schutzwalls, der so eine Art im XV. Jahrhundert aus Mauersteinen errichtete Rüstung ist und das Schloß aus dem XIII. Jahrhundert gegen die Zerstörungswut der Pulver befeuerten Artillerie, die sich damals überall in Europa entwickelte, schützen sollte. Er unterstreicht, daß wir hier die Entstehung eines modernen Verteidigungssystems vor uns sehen. Zu dieser Zeit war die Festung seit weniger als einem Jahrhundert in burgundische Hand übergegangen. Über eine Nebentür gelangen wir in den hinteren Wehrraum und dann über ein Labyrinth von Treppen und unterirdischen Gängen in den außergewöhnlichen Raum der Wachen und Bogenschützen. Da öffnet sich ein Tor und wir stehen vor den Resten des Wachturms. Unsere Besichtigung endet mit dem Besuch des Gewölbekellers und der Waffenkammer und im Norden der doppelten Wehrmauer und den Wachtürmen mit Schutzgraben.  Wow !  Eine 90 Minuten lange Besichtigung und was für Entdeckungen und Zeitreise ! Da schicken wir auch unsere Kinder hin !

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